Frühjahrstagung des Norddeutschen Landesverbandes Implantologie in der DGI

Anlässlich der Frühjahrstagung am 27.02.2016 hatte der Norddeutsche Landesverband Implantologie der DGI Herrn Prof. Dr. Fouad Khoury aus Olsberg zum Thema Hart- und Weichgewebsmanagement eingeladen. In einem vier-stündigen Referat beleuchtete er die Aspekte der Hart- und Weichgewebe-Augmentation.

Erstaunlicher Weise gibt es schon ein DMD Syndrom (Destruction made by dentists). Prof. Khoury ist mit vielen Fällen dieses Syndroms in Berührung gekommen. Prof. Khoury ist Praktiker und Professor der Universität Münster mit einem Lehrauftrag versehen. Zudem leitet er die Privatzahnklinik Schloss Schellenstein im Sauerland. Er verfügt über umfassende Kenntnisse in der Oralchirurgie und Implantation. Er ist als internationaler Referent eine gefragte Größe. Seine Anreise aus San Diego über Madrid, wo er jeweils Vorträge hielt, belegt seine gefragte Kompetenz.

Zentraler Punkt des Referates war seine bekannte Schalentechnik. Dabei gewinnt Prof. Khoury aus dem Knochenspenderareal des Kieferwinkels eine 2-3 mm dicke kortikale Knochenschale, hierzu verwendet er eine Micro saw der Firma Stoma. 
Diese Knochenschale wird mit zwei oder mehreren Schrauben zur lateralen und - oder vertikalen Augmentation fixiert. Um spongiösen Knochen zu gewinnen nimmt Dr. Khoury einen Trepanbohrer der Größe 3,5mm. Diese autogene Spongiosa ist mit reichlich BMP's angereichert, so dass nach vier Monaten eine Implantation erfolgen kann. Dadurch wird gänzlich auf biogenes Material verzichtet. Ein weiterer Abschnitt des Referates war das Problem ‘Management bei Exposition von Knochentransplantaten und Membran‘ .
Hier greift er auf das altbewährte H2O zurück und benutzt auch einen Helbo Laser zur photodynamischen Therapie. Bei Rauchern wendet er weitestgehend die Tunneltechnik an. Ein weiteres Thema war die Bisphosphonat-Therapie bei Tumor-Patienten bzw. Osteoporose.

Wir eröffneten die Diskussion über individuelle Risikoprofile und die immer wieder aufkommende Frage mit welchem Antibiotikum abgedeckt werden sollte. Die Antibiose wurde eindeutig zu Gunsten des Penicillins entschieden, da Clindamycin nur bei echten Allergien gegen Penicillin eingesetzt werden sollte. Es gibt mittlerweile eine 30-40%-ige Resistenz gegenüber Clindamycin, bedingt auch durch die häufige Anwendung in der Zahnarztpraxis. Prof. Khoury hatte sich den gesamten Sonnabend Zeit genommen und stand uns im anschließenden geselligen Rahmen im Anglo-German Club, für ausgiebige interkollegiale Diskussion bis in den frühen Nachmittag zur Verfügung.

Wir freuen uns darüber, wieder eine erfolgreiche Frühjahrstagung abgehalten zu haben. Der Kurs war mit über 50 Personen aus den drei Bundesländern Bremen , Schleswig Holstein und Hamburg besetzt, nahezu sprengt er die Kapazitätsgrenzen des Anglo-German Club. Das Essen anschließend war vorzüglich und diese Veranstaltung ist für uns immer wieder ein Highlight in den ersten Monaten des Jahres .
Das nächste Jahr werden wir in Bremen eine Tagung abhalten, wir freuen uns schon sehr, wieder einen Gedankenaustausch mit den norddeutschen Kollegen führen zu können.

Dr. John Volker Neumann

 

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