1. September 2008

DGI goes West: Ästhetik Interdisziplinär in Kalifornien

Ästhetische Zahnheilkunde umfasst mehr als nur weiße Zähne. Wie ein gutes Ergebnis planbar und sicher verwirklicht werden kann, demonstrierten die Experten Prof. Eduard P. Allen,Dallas, Dr. Robert  Winter, Newport Beach, Dr. Bill Becker, Tucson 20 Kollegen aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Türkei bei einer Fortbildungsreise der DGI im August 2008 nach Newport Beach. Dr. Andreas Jobs, Zahnarzt und Zahntechnikermeister aus Stuttgart, berichtet.

Eine frühe interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Ästhetik ist für den Prothetiker Bob Winter bei der Behandlung komplexer Fälle absolut notwendig. Biologie,  Funktion, Ästhetik und Ökonomie  müssen berücksichtigt werden.

Bestandteile der Behandlungsplanung sind die Klärung der Patientenbedürfnisse, die klinischen Untersuchungen und die ästhetische Analyse. So entsteht eine Problemliste aus der Behandlungsoptionen und eine optimale Behandlungsvision abgeleitet werden. Diese wird dem Patienten visualisiert, sein Verständnis hierzu kritisch hinterfragt, um nicht falsche Erwartungen oder Vorstellungenzu wecken. „Bei Limitationen ist es sinnvoll, den daraus resultierenden Kompromiss im Vorfeld genau aufzuzeigen", rät Winter.
Die dominierenden Zähne beim Lachen sind das wesentliche Element der Ästhetik. Im Vordergrund steht die Zahnform, gefolgt von den Proportionen und einer harmonisch verlaufenden Gingiva.
Bei der ästhetischen Analyse wird  die genaue Position, die Proportion der Zähne und der Weichgewebe dem Gesamtbild des Patienten zugeordnet. Ausgehend von der Bestimmung der Schneidezahnkante durch Funktion, Phonetik, Lachen, entspannte Lippen, wird die Lage und Form festgelegt.  Das Niveau der Gingiva soll, so Winter, harmonisch mit den angrenzenden, sowie kontralateralen Zähnen verlaufen. Bei hoher Lachlinie kommt dem Weichgewebe eine besondere Bedeutung zu, da Fehler in der Diagnose oder der Therapie schwer korrigiert werden können.
Die Kronenverlängerung bei kurzen klinischen Kronen demonstrierte der Parodontologe Dr. Pat Allen in einer Live-Op. Die Schneidekanten sind durch ein  Langzeitprovisorium korrigiert, die gewünschten Zahnlängen werden genau ausgemessen, die Gingiva wird excidiert. Der Elevation des Lappen folgt die Rekonturierung des Knochens präzise und eindeutig. Die Gingiva wird palatinal nicht mobilisiert  und das Provisorium bleibt zementiert.
Die Vorhersagbarkeit der Sofortimplantation erklärt Bill Becker in einer Video Übertragung. Anhand der aktuellen Literatur zur Überlebensrate, der Knochenheilung, der Resorptionsvorgänge nach Implantation entwickelt Becker die Diagnosen für eine Umsetzung im ästhetischen Bereich. Die intakte bukkale Knochenlamelle ist Grundvoraussetzung zur Insertion ohne Lappenbildung, Augmentation oder Membran. Der Kieferkamm kann weitestgehend erhalten werden, allerdings erfolgt ein Remodelling des Knochens. Die minimal invasive Technik kann in der ästhetischen Zone von Zahnärzten mit Implantaterfahrung relativ einfach durchgeführt werden.
Die Verringerung von schwarzen Dreiecken zwischen Implantat und Zahn untersucht Becker in einer Studie nach Unterspritzung mit Restalyne oder Radiesse. Diese biologischen Füller werden bei kosmetischen Behandlungen eingesetzt. Zur Unterspritzung der Papillen sind mehrer Behandlungssitzungen notwendig, genaue Daten fehlen jedoch noch.